Gärtnerei und Baumschule Andreas Irrling aus Frankfurt (Oder)
Schön bunt: Beigeordneter Markus Derling (rechts) bewundert die Arbeit der Gärtnerei von Andreas Irrling. Diese hat für drei Jahre ehrenamtlich die Pflege des Kreisels in der Nuhnenstraße übernommen. © Foto: MOZ/Andrea Weil
15. Jul 2012

Kreisel in der Nuhnenstraße wird zum Hingucker

Weil der Stadt Frankfurt die Mittel fehlen, sich um alle Grünanlagen zu kümmern, springen Ehrenamtliche dafür ein. Jetzt hat die Gärtnerei und Baumschule Irrling die Verantwortung für den Kreisel in der Nuhnenstraße übernommen. 10 000 Euro kostet die Pflege im Jahr.

In Frankfurts französischer Partnerstadt Nimes gibt es sogar einen Kreisel, der nach der Oderstadt benannt ist, erzählte der Beigeordnete Markus Derling, als er sich am Donnerstag das Ergebnis der Pflanzarbeiten der Gärtnerei Irrling ansah. Auch wenn ein Kreisel kein Park, sondern eine Insel im Straßenverkehr ist – „er ist ein Aushängeschild“, meinte Gärtnerei-Geschäftsführer Andreas Irrling. „Für die Stadt und jetzt auch für uns als Unternehmen.“

Irrlings Team hat die Hecken in Form geschnitten, winterharte Stauden, Katzenminze, Berberitzen, Koniferen und Blumen der Saison gepflanzt, Natursteine und Pinienrinde zu einer kleinen Hügellandschaft arrangiert. „Die Leute wollen frische, freundliche Farben sehen“, sagte Irrling. Einerseits soll es leicht zu pflegen sein, andererseits will die Gärtnerei auch zeigen, was sie kann.

Jeder, der für drei Jahre eine Patenschaft über eine städtische Grünanlage übernimmt, darf dort mit Aufstellern für sich werben. Der Kreisel in der Nuhnenstraße ist nur der erste, den Irrling unter die Hacke bekommt: Aktuell laufen die Gärtnerarbeiten am Kreisel in der Josef-Gesing-Straße. Außerdem hat sich Irrling fürs kommende Jahr um zwei weitere Patenschaften beworben. Dabei kostet ihn nach eigenen Schätzungen allein die Pflege in der Nuhnenstraße 10 000 Euro. „Ich muss zwischen März und Oktober wöchentlich meine Leute rausschicken“, sagte er. Arbeit gibt es genug: Gießen, Rasen säen und mähen – und immer wieder die Ränder frisch harken, wo manch ein Lastwagen die Kurve abkürzen will. „Ich kenne so viele Leute, die meckern“, erklärte Irrling sein Engagement. „Wir wollen selbst etwas in die Hand nehmen.“

So sehen es auch 28 weitere Paten. Privatpersonen, Firmen und Vereine halten in Frankfurt rund 4,5 Hektar Grünfläche in Ordnung, bepflanzen Kübel, pflegen Bänke und Springbrunnen. Die kleinste Fläche umfasst 50 Quadratmeter, der Ortsverein Markendorf zeichnet sich sogar für den ganzen Ortsteil verantwortlich. Die Möglichkeit einer solchen Pflegevereinbarung gibt es seit 2009. „Seit Jahren gibt es Diskussionen um den Zustand der städtischen Grünanlagen, sagte Beigeordneter Derling. „Wir haben wunderbare Anlagen, aber selten Mittel, alles in Schuss zu halten.“

Informationen über Patenschaften gibt es bei Dorit Bunk, Abteilungsleiterin für Grünanlagen, unter Telefon 0335 5526604.

Quelle: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1029261/
Autor: Andrea Weil
© Foto: MOZ/Andrea Weil