Gärtnerei und Baumschule Andreas Irrling aus Frankfurt (Oder)
Baumschulberater Uwe Töpper von der Gärtnerei und Baumschule Irrling zeigt einen Weihnachtsbaum im Topf, der aus einer Baumschule kommt. © Foto: René Matschkowiak
16. Dez 2019

Im Reich der Nordmanntanne

Kein Weihnachten ohne Weihnachtsbaum, so viel ist klar. Woher der aber kommt, wo und wie er letztlich aufgestellt wird – da gehen die Meinungen auseinander.

Im Frankfurter Stadtforst werden ganz traditionell Bäume abgesägt und eingenetzt. Da wandelt man in vorweihnachtlicher Stimmung durch die etwa einen Hektar große Weihnachtsbaumkultur in Rosengarten und sucht sich seinen Lieblingsbaum aus. „Er ist absolut frisch und man hat auch noch eine besondere Beziehung zum Baum, weil man ihn schließlich selbst aus dem Wald geholt hat“, findet Nicole Kupke, die mit der ganzen Familie unterwegs ist. Eine Nordmanntanne sollte es sein. Sohn Adrian hatte sich den Ausflug gewünscht und durfte beim Sägen sogar mithelfen.

Trockenheit hinterließ Spuren

„Natürlich merkt man auch ein wenig die Trockenheit der letzten beiden Jahre an den Bäumen“, sagt Mitarbeiter Steffen Werner. Die meisten sehen aber trotz wenig Niederschlag sehr gut aus. „Nordmanntannen sind immer noch der Liebling, allerdings ist auch die Nachfrage nach Kiefern wieder gestiegen“, so Werner. Fast zehn Jahre wurde die kleine Baumplantage kultiviert. Allerdings eben ganz ohne Chemie. „Das Gras zwischen den Baumreihen wird mit der Sense gemäht“, erklärt Werner.

Damit auch künftig Weihnachtsbäume aus dem Wald in Rosengarten kommen können, hat Revierförster René Schmidt eine neue Baumplantage gleich neben dem Haus der Försterei angelegt. „Die braucht aber noch fünf Jahre“, erklärt Schmidt.

Die Frankfurter jedenfalls lieben ihre Bäume, der Andrang ist groß. Mit Glühwein und Wildgulasch rundeten viele ihren Ausflug zum Dritten Advent ab.

Von Trends wie einem Miet-Weihnachtsbaum hat Gärtner Andreas Irrling zwar schon gehört, aber eher aus Städten wie Berlin. In seiner schönen Weihnachtsausstellung findet man die verschiedensten Bäume. „Nordmanntanne geht am besten“, sagt auch Irrling. „Obwohl eine schöne Blaufichte wirklich nicht zu verachten ist. Sie riecht sehr gut.“ Nadelt allerdings schneller und pikst auch. Einige Kunden wollen aus Nachhaltigkeitsgründen einen Baum im Topf. Davon hat auch Irrling einige im Angebot: „Am besten sind natürlich Baumschulbäumchen, die im Topf gewachsen sind.“ Die sind allerdings teurer als die im Topf. „Bei den preiswerteren Angeboten wurde der Baum meist ausgestochen und so ein Teil der Wurzeln beschädigt, was seine Anwachswahrscheinlichkeit auf die Hälfte reduziert“, so Irrlings fachliches Urteil.

Aus der Stube in den Frost

Der Topf, in dem der Baum steht, ist meist deutlich kleiner als bei Baumschulware. Vorteil gegenüber einem gefällten Baum: Man braucht keinen Weihnachtsbaumständer. „Man muss sehr vorsichtig sein, wenn man den Baum im Topf nach Weihnachten ins Freie bringt“, gibt Irrling zu beachten. „Also nicht vom 21 Grad warmen Wohnzimmer an die Frostluft“.

Gärtner Holger Sader verzichtet in diesem Jahr auf dem Wochenmarkt ganz auf Weihnachtsbäume im Topf, wie er erklärt. „Zu oft sind die nicht angewachsen“, sagt Sader. „Bäume aus der Baumschule sind aufgrund des größeren Topfes zu unhandlich und zu schwer für viele ältere Kunden“, hat er festgestellt. Sader holt die Bäume auch aus einer Plantage in der Nähe von Frankfurt.

Quelle: https://www.moz.de/landkreise/oder-spree/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1772881/
Autor und Fotograf: © René Matschkowiak